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Wie ich im Ausland die Corona-Krise erlebe!

Antonia - Erfahrungen mit der Corona-Krise im Ausland

Als meine Eltern und ich die Nachricht erhalten hatten, dass die deutschen Schulen aufgrund der Corona-Krise schließen und auch das übrige Leben weitestgehend heruntergefahren würde, war es gerade für mich ein Schock, da ich mir kaum vorstellen konnte, wie dramatisch die Lage in Europa doch ist.


In Neuseeland war bis dahin ja auch nicht wirklich viel vom Virus zu spüren...Somit stand für uns auch fest, dass ich dortbleiben, wenn notwendig verlängern würde.

Das erste Mal, dass ich dann wirklich aktiv etwas von einer Schutzmaßnahme mitbekommen hatte, war bei der Absage des in Auckland jährlich stattfindenden "Polyfests", bei dem auch "meine" Tanzgruppe angemeldet war.
Ansonsten ging das Leben aber normal weiter, bis es in der Schule Umfragen gab, ob alle Schüler die Möglichkeit haben, im Notfall auch von zu Hause aus am Unterricht teilzunehmen.

Als dann am 23. März zunächst die Reise zur Südinsel abgesagt wurde, zu der ich mich angemeldet hatte und wir am Nachmittag die Nachricht erhielten, dass die Schule für die nächsten Wochen geschlossen bliebe, war für mich schon klar, dass ich nun nach Hause fliegen würde. Die Verabschiedung von meinen Freunden war dann leider auch sehr hektisch und kurz, da wir aufgefordert wurden das Schulgelände möglichst schnell zu verlassen und Abstand zu halten. Von denjenigen, die an diesem Tag gar nicht in der Schule waren, konnte ich mich auch nur noch per Textnachricht verabschieden. antonia

Erst am Abend habe ich dann wirklich realisiert, dass alles was mit Freunden noch geplant war und vor allem die Möglichkeit zur Südinsel zu fliegen, nun nicht mehr möglich war. Ich hätte alles darum gegeben, meinen Auslandaufenthalt wie geplant fortzusetzen und auch zu beenden. Trotzdem war ich damit einverstanden, nun doch schon nach Hause zu fliegen, da ursprünglich sowieso geplant war "nur" einen Term in Neuseeland zu verbringen und ich unter den Umständen des Lockdowns auch nicht länger bleiben wollte. Vor allem aber die Tatsache, dass es nach den Rückholflügen keine Möglichkeit mehr geben würde nach Hause zu kommen hat mir zu denken gegeben.

Als dann die Rückholflüge bis auf Weiteres gestoppt wurden, habe ich mich fast ein bisschen gefangen gefühlt, da niemand wusste, wann wieder die Möglichkeit bestehen würde, nach Hause zu kommen.
In diesen Tagen war ich besonders froh über meine Gastfamilie, mit der ich mich unglaublich gut verstanden habe und die versucht hat, auch diese Zeit so schön wie möglich zu gestalten. Wir sind gemeinsam spazieren gegangen, haben Brettspiele gespielt und den Geburtstag meines Gastvaters zusammen gefeiert.
Deshalb herrschte bei mir auch ein ziemliches Gefühlschaos, als ich eine E-Mail mit der Bestätigung für einen Rückflug bekam. Einerseits war ich natürlich traurig, nun doch endgültig nach Hause fliegen zu müssen, andererseits erleichtert, nach der Zeit des Wartens Gewissheit zu haben.

Nachdem wir die Bestätigung bekommen hatten musste alles ganz schnell gehen. In nur zwölf Stunden musste ich zum Check-in und wurde früh am nächsten Morgen von einem Shuttlefahrer mit den Worten "Den Rest schaffst du schon alleine." am Flughafen abgesetzt. Glücklicherweise war ich nicht allein und konnte zusammen mit einer Freundin zurückfliegen.

Nun bin ich schon fast eine Woche wieder in Deutschland und auch wenn mein Aufenthalt in Neuseeland kürzer war als geplant und ich längst nicht alles machen konnte, was ich gern gemacht und erlebt hätte, bin ich so froh, überhaupt dort gewesen zu sein.

Trotz der kurzen Zeit habe ich so viele Erinnerungen schaffen können und Menschen kennengelernt, die ich nicht mehr vergessen werde. So konnte ich beispielsweise direkt das erste Wochenende nach meiner Ankunft mit meiner Gastfamilie und ihren Freunden zum Campen fahren. Mit meinem Outdoor Education Kurs war ich auf einem dreitägigen Kayaktrip auf Motuihe Island, wo wir in Zelten und ohne Strom gewohnt haben. Jeden Tag sind wir zu einer anderen Insel gepaddelt, um dort Mittag zu Essen oder am Strand zu Schwimmen.
Nachdem die Großeltern meiner Gastschwester einmal zu Besuch bei uns waren, haben sie mich eingeladen, ein Wochenende bei ihnen auf Waiheke Island zu verbringen. Dort ist es wirklich unglaublich schön und ich habe mich sehr über die Möglichkeit gefreut, noch mehr von Neuseeland zu sehen :)

Auch die Schule und vor allem meine Freunde habe ich trotz der recht kurzen Zeit schon sehr ins Herz geschlossen und bin so dankbar, sie kennengelernt zu haben...das Positive am frühen Ende meines Aufenthaltes in Neuseeland ist, dass ich nun einen Grund habe auf jeden Fall noch einmal dort hinzufliegen, um all das nachzuholen, was ich nun verpasst habe.
Deshalb möchte ich mich bedanken für all die schönen Erinnerungen und Erlebnisse, die ich ohne ihre Organisation nicht hätte machen können.

Liebe Grüße,
Antonia - Edgewater College (Auckland, Neuseeland)
Letzte Änderung am Mittwoch, 06 Mai 2020 14:00
Redakteur

Gesellschafterin von Hausch & Partner - Leiterin des Bereichs High Schools Down Under

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